Immer wieder müssen sich die Gerichte mit dem Nachweis der Erbfolge bei nicht mehr auffindbaren Testamenten auseinandersetzen. Die hierzu ergangene Rechtsprechung ist widersprüchlich und nicht eindeutig. An dieser Stelle wurde bereits über ein Urteil des OLG Brandenburgs berichtet, welches die testamentarische Erbfolge als begründet erachtete, obwohl das Testament überhaupt nicht mehr auffindbar war.

Das OLG Stuttgart hat nunmehr mit Beschluss vom 19.01.2016 entschieden, dass eine Nachschrift eines Testamentes bei gleichzeitiger eidesstattlicher Versicherung, dass dieses Testament tatsächlich vorgelegen habe, nicht ausreichend sei, eine testamentarische Erbfolge zu begründen.

 

Im vorliegenden Fall wurde allerdings noch einmal bekräftigt, dass der Nachweis einer gewillkürten Erbfolge auch ohne Testament durch die normalen zivilrechtlichen Beweismittel möglich ist. Allerdings glaubte das OLG der Zeugin nicht. Die Zeugin hatte nämlich ein eigenes Interesse am Bestand dieses Testamentes hatte.

 

So trat gesetzliche Erbfolge ein und die Nichten des Erblassers waren aufgrund gesetzlicher Erbfolge zu Erben berufen.

 

 

Rechtsanwalt Mirko Walbach

Fachanwalt für Erbrecht

Heidelberger Landstraße 202

64297 Darmstadt- Eberstadt

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